1) Pleiße ->Elster->Karl-Heine-Kanal

Heute haben wir die zweite Tour mit unserem letztjährig erstandenen Poucher Faltboot gemacht. Mittlerweile schaffen wir es die „Lisica“ binnen 45min. startklar zu kriegen. Das ist im Vergleich zum letzten und ersten Mal eine Verbesserung von sage und schreibe 60Minuten. Auch die Wutausbrüche und das verzweifelte Kopfschütteln ist spürbar zurück gegangen.

Heute ging es von der Einsatzsstelle am Wildpark ,grob gesagt der B2-Abfahrt Connewitz. (Besser zu sehen auf der Karte) Der Untergrund ist halbwegs gerade und schattig, was das Schwitzen bei den heutigen Temperaturen aber nur wenig minimierte.

Nun gut Boot fertsch in Rekordzeit und ab in die Fluten. Wir passierten den Wildpark, von dem man leider nichts sieht sondern nur hin- und wieder einen Esel viehern. Auch nicht wenn man sich hinstellt. Wir haben’s probiert und außer Zäunen – nüscht. Den Stunt und die damit verbundene Gefahr ins Wasser zu plumsen kann man sich schenken. In der Pleiße ist das auch nicht so ’ne große Freude, ich schreibe mal drüber wenn ich über die erste Fahrt berichte.

Da die Mühlpleiße bei uns um der Ecke plätschert, wollten wir mal einen kleinen Abstecher wagen um uns vorsichtig in diese klitzekleine Gewässer vor zu tasten. Es liegt recht viel Gemöhle drin: Äste, Stangen, Wahlplakate und vieles mehr. Die Erkundungen sind noch nicht abgeschlossen.

Nachdem wir auf gefühlter Bierdeckelgröße gewendet hatten, setzten wir die Fahrt auf der Pleiße fort.

An der Einfahrt zum Floßgraben entdeckten wir einen A4-Zettel in einer Klarsichtfolie mit einem amtlichen Hinweis bez. der Befahrensordnung des selbigen. (zur Bekanntmachung)

Aber das stand heute eh nicht auf der Agenda. Also ab zum lustigen treppenrutschen am Connewitzer Wehr. A Mordsgaudi! Unten angekommen wartete dann das erste Mal Arbeit auf uns: kein Schatten, Gegenwind und die geringe Strömung sorgten dafür, dass wir mal richtig paddeln mussten um nicht stehen zu bleiben.

Diese brutale Anstrengung war die Ursache dafür dass wir eine Pause hinter der Brücke „Käthe-Kollwitz-Straße“ einlegen mussten. Selbstgemachter Eistee und ein Putensteaksandwich lieferten genügend Energie für weitere Schläge.

Vor dem Palmengartenwehr ging’s dann nach links in die weiße Elster. Durch die pompösen Bauten „Veneziens“ und im Slalom durch die kopflos wirkenden Leihbootfahrer. Vor allem wenn der Schriftzug HEROLD auf den Booten lesbar wird, könnte es bereits zu spät sein. Zwei Beinahe Zusammenstöße und eine Kollision ohne auch nur den Hauch eines VManöverversuchs um den Unfall zu vermeiden bringen mich zu dieser Annahme.  Ohne überheblich klingen zu wollen, aber eine etwas längere Einweisung würde dem gesamten Verkehr auf Leipzigs Gewässern gut tun.

Der Karl-Heine-Kanal offenbarte sich dann als recht unscheinbare Einfahrt mit jedoch recht hohem Bootsaufkommen. Auf dem Kanal gibt es dann ein paar wenige Highlights wie beispielsweise das Riverboatstudio, manch einem bekannt aus dem Freitagabendprogramm des MDR und ein paar schöner Brücken.

So richtig faszinierend wird jedoch erst die bizarre Unterwasserlandschaft am Ende des befahrbaren Bereiches. Riesige Hügellandschaften aus Fadenalgen (vermute ich) und tropisch wirkenden Unterwasserpflanzen bilden eine submerse Kulisse in der man den Unterwasserhobbit verfilmen könnte. Zwischen diesen Hügeln schwimmen aufgeregt kleine wie große Fische umher und unter ihnen schimmert hin und wieder heller Sand. Bei kräftigem Sonnenschein wirkt es wie eine  Sehnsuchtsvorstellung in Kombination mit einem Science-Fiction-Roman.

Ein abruptes Ende macht einem das vorläufige(?) Ende des Karl-Heine-Kanals.  Die Fahrt endet vor einer Baustelle mit Wasserzufluss, aber der gemütliche Biergarten des „Kanal 28“ hilft einem sehr schnell wieder in einen entspannten Zustand zu kommen.

Der Rückweg ist schnell erzählt, alles noch mal nur schneller. Wir wollten halt wieder zurück. Wir waren gut unterwegs auch wenn es stromaufwärts ging.

Achja, schleusen mussten wir noch.  Das Connewitzer Wehr wollte ja noch überwunden werden. Da gibt’s aber relativ wenig zu berichten: Ampel-grün, rein fahren, warten, Ampel wieder grün, wieder raus fahren.

Dann wieder Auwald, Wildpark und Ankunft.

Insgesamt haben wir schöne 6h Stunden verbracht und waren mächtig k.o., was uns aber nicht davon abhält bald wieder die „Lisica“ fertig zu machen. Auch der Sonnenbrand nicht.

weißes Shirt

 

 

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Ein Kommentar zu “1) Pleiße ->Elster->Karl-Heine-Kanal

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