4) Aus dem Süden kommend (Pleiße->Elstermühlgraben) [Teil II]

Und weiter geht die wilde Fahrt.

Die relative karge (sichtbare) Auwaldfauna, vermutlich verursacht durch

Crocodile Dundee

Crocodile Dundee

hohes Jogger- und Hundeaufkommen, veranlasste uns die Paddel recht kräftig zu schwingen. Irgendwann tauchten in der Ferne erneut die Warnhinweise für eine Wehranlage auf. Dieses Mal mussten wir das Boot aber nicht umständlich herum tragen sondern man hatte dem Wassertourismus eine Schleuse spendiert. Vor uns fahrende Leihbootpaddler, machten uns darauf aufmerksam dass man nicht ewig auf die Schleuse warten muss sondern, zumindest abwärts“ die schnellere und auch lustigere Fischtreppe nehmen kann. Für alle die vor ihrem geistigen Auge jetzt eine Forelle haben die Treppen hoch latscht, eine Fischtreppe sind zwar Stufen aber diese sind von einer Menge Wasser überspült. Zwar waren meine Pupillen ziemlich geweitet, ob der Gefahr das Boot zu beschädigen wenn es wie ein Pinball rechts und links gegen die Wände knallt aber das war unbegründet. Es ging butterweich nach unten und zumindest auf dem hinteren Sitz bekommt man jede Stufe in Form einer leichten Wellenbewegung unterm Hintern auch mit. Unten angekommen sollte man jedoch etwas wachsamer sein, denn es biegt sich eine Betonkante in den eigenen Fahrwasserbereich und man möchte dort vielleicht nicht mit voller Geschwindigkeit gegen poltern.

Von dieser Stelle an wird die Pleiße sehr gerade und rechts und links sieht man Wiese, Gärten und den Radweg. Auch der Wind drückt hier ganz gerne mal von vorn und gibt einem das Gefühl stromaufwärts zu paddeln.

Bevor wir uns von der Pleiße verabschieden, findet sich an Backbordseite  ein überdimensionaler Schaukasten, vielleicht kann mich mal jemand aufklären, was es damit auf sich hat. es hängt ein Banner eines Bootsverleihs daran. Er sieht fast aus wie eine große Videoleinwand und ich hatte erwartet jeden Moment darauf zu erscheinen mit der Unterschrift dass ich das Rennen gewonnen hätte. Aber vermutlich gab’s einfach keins.

Der Übergang zwischen Pleiße und Elsterflutbett ist auch an der Färbung des Wassers gut zu erkennen. War das Wasser bisher bräunlich

Fischers Fritze

Fischers Fritze

wirkt es auf der Elster nun sehr dunkel. Am Elsterflutbecken hatten wir auch endlich das Glück einen majestetisch wirkenden Graureier auf der Suche nach Essbarem zu sichten. Dieser schönen Tiere, der Alptraum der Koiteichbesitzer, ist hier so abgebrüht, dass er einen sehr nah an sich heran lässt um beeindruckende Fotos zu schießen. Ich hab leider bloß das hier hinbekommen.

Auch die Anzahl Leihbootfahrer nimmt immer mehr zu je weiter man kommt. Das bedeutet Augen auf und immer auf alles gefasst sein. Jedoch hilft es meist einen klaren Kurs zu fahren. Hinter der Sachsenbrücke gönnten wir uns dann eine kleine Stärkung. EIS!!!  Sarah erinnerte sich daran dass dort ein Italiener sein gefrorene Milch unter die Leute zu bringen versucht. Und ich sag’s Euch die kalte Milch mit Geschmack schmeckt dort sensationell, wir probierten Pistazie, Joghurt, Nougat und Zitrone und alles schmeckte super. Das könnse eben, Eis machen, Pizza backen und gegen Deutschland im Fußball gewinnen. Wobei ich auf letzteres verzichten könnte.

palmengartenwehr

wehrhaft

Mit klebrigem Mund und gut gekühlt ging’s weiter aufm Wasser. Geradezu traumwandlerisch durch die Leihbootfahrer und die nun aufkommenden Touristenkähne, ging es vorm Palmengartenwehr rechts weg, weil wir schon so unheimlich gespannt waren wie mondän und pompös der Leipziger Stadthafen wohl sein wird. Um dorthin zu kommen ging es durch ein sehr finsteres Gewässer, es wurde eng mit jeder Menge Treibgut im Wasser. Vermutlich aufgrund zunehmender Zivilisation und deren Rückstände nahm jetzt auch die Anzahl der Verwerter solcher Hinterlassenschaften zu. Rechts und links sah man Nutrias und Ratten. Ungelogen: die Ratten standen so gut im Futter dass sie die beinahe die Größe einer Katze einnahmen. (In meiner Erinnerung auf jeden Fall).

Das man am Stadthafen angekommen ist, erkennt man daran, dass hier Schluss ist und man sich auf einmal in einer unspektakulären Betonwanne befindet. Aufgrund des einsetzenden Nieselregens haben wir uns dann aber wieder flott unter den Schutzt der Bäume über dem Kanal begeben und auf die Rückfahrt.

Um es kurz zu machen, denn von hier an gibt’s kaum noch was zu berichten, unsere erste Fahrt mit der „Wasserfüchsin“ endete dan nan der Brücke Käthe-Kollwiz-Straße“. Hier lässt es sich gut aussteigen und unter den wachsamen Augen von Karl Heine das Boot abbauen.

 

Nachdem alles verpackt und verschürt war, nahmen wir unser verpacktes Gefährt unter den Arm und in die Straßenbahn, mit der wir dann alles nach Hause fuhren.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s