5) Männer die auf Ziegen starren

 

Lang war die Zeit in der das Boot sein da sein auf dem staubigen und trockenem Dachboden fristen musste. Doch heute war der Tag welcher, an dem es mal wieder vom Leipziger Stadtwasser kosten durfte. (befremdliche Metapher) Mit meinem guten Freund und Paddelexperten Tobias ging es auf Tour.Gestartet wurde im Stadtteil Gohlis, wo uns die Parthe zu Füßen lag.

 

Kapitänsbrille

Kapitänsbrille

Die Wege auf Pleiße und Co. sind zur Zeit zu ausgetreten, und es gilt hier ja auch immer mal wieder neue Sachen auszuprobieren. Einen genauen Plan gab’s erst mal nicht und auch die Recherche beschränkte sich auf ein Minimum. Die Parthe überaschte mit einer idyllischen Ruhe und einer schönen, abwechslungsreichen Waldlandschaft. Doch schnell ging es auf die alte bekannte – die weiße Elster. Wobei braune Elster sicher auch ein nicht unpassender Name wäre.Auch hier war, wie gewohnt, vom Trubel der Stadt nicht viel zu spüren. Und mit kräftigem Schlag ging es zügig voran.

Flussabwärts, nach ca. 1,5km, wurden wir vom ersten Wehr empfangen, es sollte nicht das letzte sein. Die große Herausforderung war nun an dem beachtlichen Fall vorbei zu kommen. Wir mussten uns einen Weg über ein kleines Gartengrundstück bahnen. Glücklicherweise waren weder der Hausherr noch der Hofhund zugegen.

Nun durften wir erstmal 2 km weiter fahren und zack – ein Wehr! Wieder Boot raus, wieder umtragen. Dieses Mal hatten wir uns aber eine kleine Bierchenpause verdient. Es war schließlich Mittagszeit.

Eine Füchsin aufm Sprung

Eine Füchsin aufm Sprung

Frisch gestärkt und mit neuen Kräften ausgestattet, ließen wir das Schiff wieder zu Wasser und schlugen uns durch die immer noch schöne Natur. Eine angenehme Ruhe, fern von allen Sorgen umwehte den Geist, bis ja bis ein neues Wehr sich in den Weg stellte. Doch dieses war flach genug um eine kleine Raftingeinlage einzufügen. Wir fuhren von rechts außen in die Schnellen und glitten mit gutem Schwung weiter. Ein leichtes Hochgefühl stellte sich ein, dieses Mal ohne umtragen ausgekommen zu sein.

Wieder 3km weiter, eine Stauanlage zur wasserwirtschaftlichen Nutzung (kann man auch Wehr nennen).

We(h)r sagt das?

We(h)r sagt das?

Jetzt wechselte die Landschaft ein wenig. Rechts und links wurden die Ufer die vorher verhältnismäßig steil waren, flach und das Highlight der heutigen Tour sollte auf uns warten.

Ein kleiner Vogel ergriff die Flucht vor uns und wir waren uns beide sicher soeben den schönen Eisvogel gesichtet zu haben.

Eisvogel

Eisvogel

Das Highlight kann das natürlich nicht gewesen sein, wir vermuteten es ja schließlich nur. Aber nicht viel weiter zwang uns ein umgefallener Baum dazu sehr dicht an einer Herde Ziegen vorbei zu fahren, wobei der Bock uns keinen Moment aus den Augen ließ. Trotzdem wagten wir einen Rundumblick und sahen im Wasser etwas was auf den ersten Blick wie eine große Blase aussah. Bei genauerem Hinsehen, viel uns auf es war eine Ziege, die dort wohl schon etwas länger nach noch saftigerem Gras tauchte. Verwesung und Hitze hatten sie zu beträchtlicher Größe anwachsen lassen. Nur die Angst davor den Gestank eines explodierten Ziegenkadavers wochenlang nicht aus Kleidung und Haaren zu kriegen, hielt die Kleinejungeneugier im Zaum und uns  damit davon ab mit  dem Paddel auf das tote Tier zu schlagen.

Dahinter kam dann aber auch, wie sollte es anders sein, ein Wehr, das mit 1,5m Höhe etwas zu gewagt für den Reisezweier war. So halfen wir der Füchsin noch mal über Land und knöpften uns den letzten Abschnitt vor.

Sarah war kontaktiert und auf dem Weg uns in Wehlitz abzuholen. Was die Karte uns verheimlichte, war die fehlende Möglichkeit ein Boot aus dem Wasser zu holen. Wehlitz erwies sich als Trutzburg und das Ende bildete, schon fast zynisch, ein riesiges Wehr. Es kam zur zweiten halblegalen Aktion des heutigen Tages.

Egon hat 'n Plan

Egon hat ’n Plan

Am oberen Ufer sahen wir ein Tor von dem steinerne Treppen hinunter führten. Das Boot wurde am Hang in seine Einzelteile zerlegt und über das Tor hinüber geworfen. Jetzt kehrten wir der wehrhaften Elster endgültig den Rücken. Für heute war’s das!

 

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Ein Kommentar zu “5) Männer die auf Ziegen starren

  1. Pingback: Winterschlaf einer Füchsin beobachtet | Reisezweier

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