Die Elbe zurück geholt (Teil 1)

Nachdem wir im letzten Jahr versuchten die Elbe von Elster nach Coswig zu fahren und in Wittenberg völlig entkräftet aufgeben mussten, war es vor einer Woche Zeit uns die Elbe zurück zu holen.

Start war erneut Elster. Unsere Freunde Tobi und Katha waren bereits seit einer knappen Woche unterwegs. Sie setzten ihre Reisezweier bereits in Schmilka in das braune Wasser der Elbe. Auch die beiden wurden Zeuge davon welch ruppiges Biest der Fluss werden kann. In den ersten Tagen peitschten ihnen Windstärken von 5-6 Bft um die Ohren. D.h. ordentlich Wellengang und ein Paddel, dass zum Segel mutiert sobald man das Blatt aus dem Wasser holt. Besonders kräftezehrend, wenn der Wind von vorn kommt.

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Wir trafen uns an einer Buhne auf der Höhe des Crossgolfplatzes und schlugen dort unser Nachtlager auf. Von zu Hause kam ein Rost mit und bildete mit ein paar Wackersteinen unsere Burgergrillstelle. Hager (ein freund aus alten uhc elster tagen) kam auch kurz vorbei und brachte uns Kaffee zum Abendbrot (c + b).

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Auf dieser Fahrt hatten wir gleich mehrere Premieren. Zum Einen wollten wir wissen, was die neuen Schlafsäcke taugen (ausführlicherer bericht folgt nach dem kirgistanurlaub), die erste Mehrtagestour und wir waren zu 3. im Reisezweier, denn Herr Lattek hatte zwar kein Paddel abbekommen aber einen sehr komfortablen Platz im Bug. Der werte Herr mit Paddelbefreiung ist unser treuer Hund. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass er ohne Panikattacke in das Boot steigt, ging er doch nicht mal auf Schwimmstege oder Brücken, doch bereits Anfang des Jahres gab es die ersten Tests auf dem Cossi, bei Windstärke 4, wohlgemerkt. Da das gut ging wollten wir es wagen.

Samstagmorgen ging es, von Hagers Kaffee und von Vogelbier aus Büchsen leicht gerädert, aufs Wasser. Die Sonne schien und der Wind wehte leicht von achtern. Das erste Einsteigen des Hundes war noch ein wenig verkrampft und auch die richtige Position zu finden war nicht so leicht, immerhin musste Sarah die nächsten Stunden so klar kommen ohne zu verkrampfen. Nach einem guten Flusskilometer schien dem Hund plötzlich übel zu werden, doch seine Seekrankheit legte sich recht zügig.
Im weiteren Verlauf beruhigte sich das dann Tier zunehmend und hatte eine riesige Freude, sobald wir in einer Buhne landeten in der er sich austoben konnte.

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Durch das Kaiserwetter, das wenige Wasser des Flusses und dem leichten Rückenwind kamen wir sehr gut voran. Kein Vergleich zu dem Kampf aus dem Vorjahr. Die ganze Zeit blieb uns die Möglichkeit Notiz von der Elbfauna zu nehmen. Wir sahen neben zahlreichen Ronnys, Kormoranen, Wildgänsen auch Kiebitze, Nebelkrähen, Rehe und sogar einen Seeadler.
Dank fachkundiger Begleitung in Person von Tobi erkannten wir diese Vögel auch. Nicht nur das Aussehen, sondern auch den markante Schrei des Milans konnte er zuordnen.

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Da wir ohne zu frühstücken aufgebrochen waren, stoppten wir das erste Mal bereits hinter Wittenbergs Eisenbahnbrücke. Was gibt einem Kraft und Energie für den Tag? Natürlich Müsli. Also Milch inne Schüssel, Vogelfutter rein und ruck zuck war der Akku für die nächsten Stunden wieder gefüllt.

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Die hohen Temperaturen und der geringe Niederschlag führten dazu, dass die Elbe sehr wenig Wasser führte. So wenig, dass keine Schifffahrt möglich war. Und so kam es, dass die großen weißen Flusskreuzfahrtschiffe in Wittenberg am Ufer lagen, staunend und etwas neidvoll auf uns blickten wie wir mühelos vorwärts kamen. „Da staunt ihr, was?!“ hörte man mich rufen, diese kleine Gemeinheit konnte ich mir nicht verkneifen. Man stelle sich vor man bucht eine Flusskreuzfahrt und bekommt am Ende eine Busfahrt entlang des Flusses.

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Den einzig wirklichen unansehnlichen Blick gab es dann auf er Höhe von Piesteritz. Das Holzkraftwerk und das Stickstoffwerk zusammen mit dem, wenn auch an dem Tag dezenten, Gestank der Biogasanlage, boten ausreichend Motivation um hier mal etwas mehr Gas zu geben.

Ein Stück hinter Apollensdorf, hieß es dann Boot raus, Klamotten aus, ACTION!
Man hätte hier beinahe komplett durch die Elbe durch spazieren können, wäre die Strömung nicht so immens stark gewesen. Lediglich seitlich mit Blick flußaufwärts war eine vermeintlich sicher Fortbewegung möglich. Blieb man stehen, grub es einem die Füße ein. Und trotz oder vielleicht auch wegen der steten Gefahr erfasst und mitgeschleift zu werden, war es ein riesiger Spaß.

[Die Fotos hier von sind noch nicht frei gegeben]

Den zweiten Teil der Fahrt gibt es demnächst, unter anderem mit einem sehr feinen Vesper made in Griebo und einem entspanntem Empfang an der Marina in Coswig.

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