Die Elbe zurück geholt (Teil 2)

Der erste Teil des Berichts endete mit Badeaction hinter Wittenberg. Und so ging es weiter

Weiter ging es in Richtung Griebo. Ich wusste, dass meine Großeltern meine Tante besuchten und ich ging jede Wette ein – da jibbet heute Kuchen! Aus Erfahrung wusste ich auch, dass dort eh immer zu viel gebacken wird und so kündigte ich uns telefonisch an.

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Von hier aus bin noch nie in der Weltmetropole vor den Toren Wittenbergs angereist, es war auch tatsächlich etwas komisch. Wie im Urlaub. Zugegeben, meine Zeitangabe von einer Stunde bis zu unserer Ankunft war etwas gewagt aber hätten wir keinen Badestopp gemacht, wären wir nur ca. eine halbe Stunde zu spät gekommen.

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Pflaumen- und Zuckerkuchen gab es dann reichlich und wir bewegten uns mit der milden Gabe noch ein paar Buhnen weiter, da Schatten am Grieboer Ufer Mangelware war. LECKER war es, unsere kleines/großes Vesper samt Kaffee und Kuchen. Gut gestärkt ging es folglich weiter stromabwärts in Richtung meiner Heimatstadt – C-Town.

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Fortan, war so ziemlich jede Buhne von Anglern belegt und wir wunderten uns was die Herren dort alles runter schleppen. Teilweise war weit und breit nichts und niemand zu sehen außer 3’er Angelruten und 2 riesigen weißen Eimern. Coswig zeigte sich dann erst mal von seiner hässlichen Seite. Nicht landschaftlich aber neben uns tauchte ein hässliches rotes Motorboot mit schwarz-weiß-roter Flagge am Heck auf. Kann mir jemand sagen, ob das rechtlich zulässig ist? Dieser Schandfleck bog dann aber in den Hafen und damit aus unserem Blickfeld. Der Blick fiel dann auf das alte Schloss und die sehr hübschen Häuser in Ufernähe.

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Der Getränkevorrat wollte auch noch aufgefüllt werden und so steuerten wir die Marina in Coswig an. Hier empfing man uns mit chilliger Loungemusik und jeder Menge Publikum. Danke dafür Nicole, wäre nicht nötig gewesen.

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Abendbrot. Zu essen gab es Fleisch und Brot vom Grill dazu ein feinstes Salätchen welches die Mädels gezaubert hatten. Die Zutaten dafür kamen knackfrisch aus Mutters und Opas Garten. Die zweite Nacht war deutlich komfortabler, da wir aus den Fehlern der Ersten gelernt hatte. Das Tauwasser auf der Schlafsackaußenseite wurde versucht nicht mit ins Innere zu tragen wodurch es prompt auch sehr viel wärmer war. Der bereits letzte Tag unserer ersten Mehrtagestour stand an.

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Der Wetterbericht verhieß uns satte 37°C und Sonne satt. Schatten ist naturgemäß Mangelware auf dem Wasser zumindest hier. Da wir uns keinen Sonnenstich einfangen wollten, suchten wir hinter Vockerode und der Autobahnbrücke eine nette Buhne und legten dort erneut Rast ein. Es gab wieder Müsli und ’ne feine Bowu zum Frühstück. Jetzt folgte ein steter Wechsel zwischen Sonnenbad und planschen auf der Sandbank – Erholung also.

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Am rechten Ufer finden sich Schilder auf denen mit schwarzer Schrift auf weißem Grund die Flusskilometer ausgehend von der deutsch-tschechischen Genze anzeigen. Doch zwischen Roßlau und Coswig wechselt die Farbe auf einmal. Hier steht mit weißer Schrift auf schwarzem Grund eine 252 obwohl wir doch gerade noch bei 250km waren. Sekundenschlaf? Flashderroteblitzphänomen? Nix dergleichen! Hier gab es mal eine Kilometerangleichung, aber ’ne schön Vorstellung war es trotzdem.

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Kurz danach sahen wir ein rotes Motorboot, welches vorher schon ein paar mal an uns vorbei schlich. Es schien technische Probleme zu geben. Ein älterer Herr stand etwas ratlos mit aufgeklappter Haube auf seinem ferrariroten Wasserflitzer. Wir boten unsere Hilfe an, konnten aber außer einer kleinen Moralpredigt über Sicherheitsvorkehrungen vor Fahrtantritt nicht viel machen. Karl-Heinz lieh sich noch ein Paddel um sich notfalls ein wenig behelfen zu können (traurig dass er keins dabei hatte). Er startete das Boot erneut und konnte in Schleichfahrt davon ziehen.

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Wir verausgabten uns danach nicht mehr allzu sehr. Die langen Geraden vor Roßlau sind nicht gerade übermäßig motivierend. Es zieht sich einfach wie Kaugummi. Im ehemaligen Jauchevenedig wurden wir von monoton wummernden Bässen einer Technoparty empfangen. Hier hieß es nun Abschied nehmen. Dieser wäre sicherlich länger und herzlicher ausgefallen, wenn das Ufer beim Roßlauer Paddlerverein nicht so unwirtlich gewesen wäre. Doch spitze Steine und jede Menge kaputter Glasflaschen im Wasser luden nicht wirklich zum Anlegen ein.

Sarah und ich mussten aber raus, war es doch bereits 16:00Uhr. Schließlich wollte das Boot noch zusammen gepackt werden und wir nach Leipzig sollte es ja auch noch gehen. Also kurz gewunken und abgeklatscht und Katha wie Tobi fuhren von dannen.

Mein Vater war in der Zwischenzeit bereits in Kenntnis unserer Ankunft gesetzt und befand sich auf dem Weg zu uns. In der Zwischenzeit kam auch Karl-Heinz mit dem Paddel. Er bedankte sich noch mal für unsere Hilfe und überlies uns netterweise ein Glas seines selbst geimkerten Honigs. Der Kram war schnell im Auto verstaut und ich befand mich mit ähnlich viel Platzt wie im RZ auf der umgeklappten Rückbank des Skodas wieder. Das Auto holten wir aus Elster und wurden dann noch von Muttern mit feinen Grillspezialitäten versorgt. Gut abgekämpft und müde aber mit freiem Geist und Zufriedenheit fielen wir am Abend in die Kojen.

Die Elbe haben wir uns zurück geholt, auch wenn die alte Dame es uns dieses Mal wirklich leicht gemacht hat.

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